D-AQUI über Ostfriesland

Ju-52 D-AQUI

Heute Nachmittag beim Kaffeetrinken im Garten kam ein ungewöhnlich auffälliges Flugzeuggeräusch näher, sonor brummend und langsam. Mir fiel zuerst „Sternmotor“ dabei ein, ich wurde neugierig und starrte nach oben. Und tatsächlich, nach einer Weile schob sich langsam eine Junkers Ju-52 über den Himmel über dem Haus. Ich traute meinen Augen nicht, eine Flugzeuglegende flog gemächlich nach Norden Richtung Nordsee.

Die Suche im Internet brachte es an den Tag: Die „Tante Ju“ war in Leer-Nüttermoor gestartet, wo sie seit ein paar Jahren regelmäßig zu Gast ist und man einen Mitflug buchen kann. Die alte Wellblechdame ist immerhin schon 72 Jahre alt. Im April 1936 wurde sie unter dem Kennzeichen D-AQUI bei der Lufthansa in Dienst gestellt, bereits im Juli wurde sie nach Norwegen verkauft und mit Schwimmern ausgestattet. 1940 ging sie zurück zur Lufthansa und bekam ihr altes Kennzeichen wieder. 1945 gelangte sie wieder nach Norwegen und bekam dort das Kennzeichen LN-KAF. 1947 wurde sie wegen fehlender Ersatzteile mit anderen Ju-52- Teilen überholt. 1956 wurde die Maschine außer Dienst gestellt, aber nicht verschrottet. Sie gelangte nach Ecuador, wo sie unter dem Namen „Amazonas“ Passagiere und Fracht transportierte. 1963 war sie nur noch ein Wrack und rottete mehrere Jahre am Rande des Flughafens Quito vor sich hin. Ein amerikanischer Kriegsveteran entdeckte das Flugzeug und möbelte es auf. 1975 erhielt sie das Kennzeichen N 52 JU und flog unter dem Namen „Iron Annie“ von Flugschau zu Flugschau in den USA. 1976 erhielt sie neue Motoren von Pratt & Whitney und gelangte schließlich 1984, von der Lufthansa gekauft, wieder nach Deutschland. Nach einer gründlichen Überholung auf der Lufthansa-Werft in Hamburg startete die Ju-52 im April 1986 zu ihrem neuen „Erstflug“ mit dem historischen Kennzeichen D-AQUI und mit dem Namen „Berlin-Tempelhof“.

D-AQUI Ju-52

Die Bilder der alten Maschine kann man hier herunterladen, und wer mitfliegen will, kann auch gleich buchen.