Banken können Geschäftskonten, die ein Konto unterhalten, ohne Begründung das Konto kündigen. Das hat für den Kontoinhaber gravierende Folgen, da dann keine Abhebungen oder Überweisungen getätigt, Daueraufträge oder periodische Abbuchungen nicht ausgeführt werden können, er (oder sie) dann abrupt vom Zahlungsverkehr ausgeschlossen wird. Das nennt man „Debanking“. Prominentes Opfer des Debanking ist der in Brüssel lebende Schweizer Ex-Geheimdienstoffizier Jaques Baud.
Der Rat der Europäischen Union belegte ihn mit Sanktionen. Die Begründung: Baud habe in russischen Radio- und Fernsehsendern „prorussische Propaganda“ betrieben, was Baud zurückwies; er habe lediglich über die Hintergründe des Ukraine-Krieges und auch die russische Sicht berichtet. Baud wurde vor der Sanktionierung nicht angehört, das sind Methoden eines totalitären Staatswesens. Schlagartig konnte Baud sich nicht mehr in der EU bewegen, die EU nicht verlassen und hatte keinen Zugriff auf seine Konten mehr. Inzwischen hat ihm das belgischen Finanzministerium aus „humanitären Gründen“ einen begrenzten Zugriff auf sein Konto erlaubt, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Nur ist Jaques Baud nicht das einzige Opfer dieser Willkürmaßnahmen. Inzwischen genügt eine falsche Meinung, um Opfer des Debanking zu werden. Das Online-Portal Multipolar veröffentlichte im Dezember 2025 diesen Beitrag:
De-Banking von Regierungskritikern: Eine Chronologie gekündigter Bankkonten
Oppositionellen Journalisten, Politikern und Privatpersonen werden in den letzten Jahren zunehmend und ohne Angabe von Gründen Bankkonten gekündigt. Laute Kritik an diesem Vorgehen gibt es weder von Journalistenverbänden noch von etablierten Medien oder Politikern. Multipolar hat das weithin totgeschwiegene Phänomen für den deutschsprachigen Raum erstmals chronologisch aufgearbeitet – und wird diesen Beitrag regelmäßig aktualisieren. […] https://multipolar-magazin.de/artikel/de-banking-chronik