Die Sendung mit der Maus: Windkraftpropaganda für Kinderköpfe

12-09-2010

WKA_Mais_Utgast, Foto (C): Manfred Knake

Vermaist und verspargelt: neue deutsche Kulturlandschaft

Heute am 12. September 2010 lief auf dem Kinderkanal wieder einmal die Sendung mit der Maus, die Friederike (5) und Papa (schon etwas älter) gerne sehen. Heute war Strom aus Windkraft dran, wie man mit einem Propeller und einem Dynamo Strom erzeugt. Und dann wurden auch riesige Windkraftanlagen gezeigt, so die Ein-Megawatt-Klasse, war aber nicht genau erkennbar. So ein Riesenpropeller soll angeblich, sagte der Maus-Sprecher, ein ganzes Hochhaus mit Strom versorgen können, und das wurde dann auch gezeigt, wie die Lichter in den Fenster leuchteten. Papa wurde unruhig, „gelogen“ hat er zu seiner Tochter gesagt.

„Sei ruhig“ hat Friederike geantwortet, „ich will das sehen“. Und dann wurde ein Display in der Windkraftanlage gezeigt, 56 Komma und ein bisschen Kilowatt kamen da an Strom raus, Kilowatt, mehr nicht, aber das hat Friederike noch nicht verstanden, aber Papa, der hat gelacht. Weil 56 Kilowatt bei einem Megawatt Nennleistung oder mehr ja nun wirklich nicht viel sind, aber das wusste der Maus-Mann, der die Zahl ganz stolz verkündete, wohl selber nicht, wir leben ja auch im Bildungs-PISA-Land, und so ein Fernsehsprecher kann ja auch nicht alles wissen. Komisch nur, dass fast alle Schreiber in den Zeitungen oder Sprecher im Radio oder Fernsehen meistens immer den gleichen Quatsch über Windkraft erzählen und die Leute das auch glauben.

Ja, und dann auch noch zum Abschluss die Nummer mit dem Windrad-Monteur, der schwitzend seinen Schutzhelm abnahm, sich einen Ventilator griff, der da zufällig rumstand und den Stecker in eine Steckdose am Schaltkasten der Windkraftanlage steckte. Das machte richtig Wind an seinem Kopf, nur hatte der Maus-Sprecher wieder mal vergessen zu sagen, dass dieser Strom nicht von der Windkraftanlage gemacht wurde, sondern aus dem Stromnetz kam, in die die Windkraftanlage gerade ihre 56 und ein bisschen Kilowatt eingespeist hatte, zusammen mit Kohle-,  Gas- und Atomkraftwerken. Würde man die Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke einfach abschalten, was viele Leute ja wollen, weil sie glauben, der Wind macht den meisten Strom im Land, ginge das Licht in Deutschland aus und die Fabriken, auch die, in denen Windkraftanlagen gebaut werden, ständen still. Aber das erzählen die Fernsehfuzzies den Leuten gar nicht, weil sie es selber nicht wissen oder jemand ihnen sagt, wie sie es sagen müssen. Wenn man denen noch erzählen würde, dass Windkraftanlagen an der Küste nur mit 20 Prozent Auslastung arbeiten, auf See mit 27 Prozent, würden die vermutlich gar nicht verstehen,  was das heißt, weil man sich dann mit Nenn- und Arbeitsleistung beschäftigen müsste, und das versteht der normale Fernsehzuschauer sowieso nicht. Aber Männer und Frauen, die bei Zeitungen oder beim  Fernsehen oder Rundfunk arbeiten, müssten das eigentlich rauskriegen und auch darüber berichten, dafür werden sie bezahlt, Recherche nennt man das. Und darüber, dass die Landschaft verhunzt, viele Vögel an der Küste ihre Rastplätze durch Windkraftanlagen verloren, weil sie Angst vor den Mühlenmonstern haben,  auf See und an Land Vögel und Fledermäuse von den Riesenpropellern getötet werden, in Landschaften, die vorher gar nicht überbaut waren und wo jetzt Wind“parks“ stehen, wird auch nie richtig berichtet, ganz zu schweigen, dass Menschen, die an Windanlagen wohnen, nicht mehr schlafen können, die werden oft lächerlich gemacht.

Dass die Windmacher mit ihrem Windstrom und überhöhten Strompreisen zwangsweise alle Stromkunden über das Erneuerbare Energien Gesetz abzocken, mit denen sich die Windbetreiber zu Lasten der Allgemeinheit die Taschen vollstopfen, wird auch nicht gerne erzählt. Dafür gibt es Politiker, die den Windmachern helfen, damit sie garantiert immer Geld auf ihren Konten haben. Gäbe es das Gesetz nicht, gäbe es auch die vielen Windkraftanlagen (und auch die riesigen Maisfelder) nicht und der Strom wäre billiger. Papa hat hinterher geschimpft, dass er für diesen Fernsehblödsinn im Kinderkanal auch noch Gebühren zahlen muss. Aber Friederike hatte gut aufgepasst: Als der Film vorbei war fragte sie, wie denn die Lichter im Hochhaus anbleiben können, wenn kein Wind weht. Darauf sind die Fernsehfuzzies wohl selbst nicht drauf gekommen, und die sind doch schon viel älter und haben alle eine Schule besucht.

4 Kommentare to “Die Sendung mit der Maus: Windkraftpropaganda für Kinderköpfe”

  1. ist egelon 13 Okt 2010 at 15:19

    Wenn ich eure tollen Geschichten hier lese wird mir schlecht! Wir schlafen zwischen drei von den großen Anlagen und wir hören gar nichts!!
    Und die Vögel fliegen auch noch im Garten bei uns rum. Dir sollten Sie mal ein dickes Atom oder besser noch ein Kohlekraftwerk vor die Haustür stellen! Ma gucken was du dann sagts.

  2. MKon 13 Okt 2010 at 20:49

    @ ist egal: Also die Leute die hier wohnen und ihr intaktes Gehör noch haben sind eindeutig genervt von den vielen Anlagen, vor allem nachts, wenn der Schall durch die Fenster kriecht und man sich dem nicht entziehen kann. Dazu kommt der Infraschall, den man nicht hört, der aber die Organe belastet. Die Klagen dagegen sind Legion, und Urteile im Sinne der Betroffenen gab es auch schon. Anders sieht es mit den Bauern aus, die ihre Anlagen nur wenige Meter vor den Häusern haben und damit zu Lasten aller Stromkunden dicke Kohle machen, die dürfen nichts hören. Einer sagte mir mal, wenn das nicht seine Mühle wäre, würde er dagegen klagen. Den Spruch mit den Atomkraftwerken hört man immer wieder, wird immer wieder gerne genommen, wenn einem nichts anderes mehr einfällt. Immerhin haben die bei allen Nachteilen den Vorteil, dass die regelmäßig Strom erzeugen, auch dann wenn der Wind nicht weht. Das sind heimliche Schwestern im Netz. Ohne die Atomkraftwerke würden die Windkraftwerke gar nicht laufen, Stichwort Regelenergie. Und da gibt es nur 17 Stück von in Deutschland bei ca. 25.000 Windkraftanlagen im Lande, für die keine Landschaft zu schade ist. Würden die Windkraftanlagen alle abgeschaltet, merkte das keiner, gingen alle Atomkraftwerke vom Netz, gingen die Lichter aus, vor allem im Winter würde es eng. Also nix mit „Alternativernegie“ oder ähnlichen platten Sprüchen, das ist nur eine teure Additivenergie. Ja, Vögel fliegen auch noch durch die Wind“parks“, manchmal aber nur in Stücken von oben herab. Aber eben nicht alle Vögel, um die Vögel im Garten geht es da weniger, mehr um die Arten, die nicht in die Gärten kommen. Die gibt es eben auch noch, die kennt aber kaum einer, obwohl es davon sehr viele, gerade an der Küste, gibt. Man sollte sich schon etwas intensiver mit der Materie beschäftigen, dann wird einem auch schlecht, aber aus ganz anderen Gründen.

  3. egalon 24 Okt 2010 at 18:01

    Und woher soll der Strom jetzt kommen ? Soll jeder zu Hause ein Laufrad haben ? Oder ineffiziente Solaranlagen / teuren Atomstrom ? Macht doch mal Vorschläge was besser ist !

  4. MKon 24 Okt 2010 at 22:21

    Moin egal,

    bisher kommt der Strom verlässlich aus Wärmekraftwerken. Das wird in unserer Industriegesellschaft (!) auch noch eine Weile so bleiben. Was besser ist? Keine Industriegesellschaft, dafür eine Agrargesellschaft? Das kommt darauf an, wie wir leben wollen. Bei unserem gegenwärtigen Lebenstandard und der dichten Besiedelung werden wir den notwendigen Strombedarf derzeit nur fossil oder nuklear decken können. Eine ganz andere Frage wäre es, was diese verlässlich liefernden Kraftwerke ersetzen könnte: Kernfusion, Gezeitenkraftwerke? Daran wird gearbeitet, aber nicht von mir.