Der Pfizergate-Skandal begann 2021, als die EU kurz davor stand, einen Vertrag mit dem Impfstoffhersteller Pfizer im Wert von 35 Milliarden Euro zu unterzeichnen. Der Vertrag sah die Lieferung von 900 Millionen Dosen des COVID-19-Impfstoffs von Pfizer-BioNTech bis 2023 vor, zusätzliche 900 Millionen Dosen waren zum Kauf vorgesehen. Am 28. April 2021, kurz vor dem Vertragsabschluss, berichtete die New York Times, dass EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Vertrag persönlich mit einigen SMS-Textnachrichten und Telefonaten mit dem Pfizer-Chef Albert Bourla ausgehandelt habe. Der SMS-Austausch von der Leyens mit Bourla rief einige Kritiker auf den Plan.
Anfragen zum Deal wurden zunächst von der EU-Kommission abgebügelt, die Herausgabe von Unterlagen verweigert, da dies keine offiziellen EU-Dokumente seien. Schließlich klagte die New York Times erfolgreich gegen die Weigerung der Herausgabe vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG) – nur ist der Inhalt von der Leyens Kommunikation mit Pfizer ist seit dem nicht mehr auffindbar. Das Gericht: Die Behauptung der EU-Kommission, nicht im Besitz dieser Nachrichten zu sein und sie deshalb nicht herausgeben könne, sei nicht „plausibel“.
Frédéric Baldan
Der ehemalige bei der EU akkreditierte belgische Lobbyist Frédéric Baldan erstattete im April 2023 in der Sache eine Strafanzeige gegen von der Leyen und klagte gegen sie. Gegenstand der Klage: Amtsmissbrauch von der Leyens bei der Vernichtung öffentlicher Dokumente in Verbindung mit Korruption. Seine Klage ging durch mehrere belgische Instanzen und wurde schließlich mit der Begründung abgewiesen, dass kein öffentlicher Schaden eingetreten sei. Kurz nach seiner Strafanzeige gegen Ursula von der Leyen wurde seine Beratungsfirma aus dem Akkreditierungsregister der EU gelöscht, ihm wurde sein Zugangsausweis für die europäischen Gebäude entzogen. Baldan veröffentlichte ein Buch mit dem Titel „Ursula Gates” (mit dem Titel wird auf die Unternehmen des amerikanischen Milliardärs Bill Gates angespielt), in dem er die Machtverflechtungen in Brüssel aufdeckte.
Debanking
Bei einer Buchvorstellung in Italien wurde Baldan bekannt, dass ihm seine geschäftlichen und privaten Bankkonten gekündigt worden waren: Das berüchtigte „Debanking“, das einen sofort immobil macht, weil man keinen Zugang mehr zu seinen Geldmitteln hat; alles ohne vorherige Anhörung oder richterliche Beschlüsse.
Der Vorgänger
Erinnert sei an von der Leyens Vorgänger Jean-Claude Juncker aus Luxemburg, der einmal dies zum Besten gab: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ Oder dieses Zitat von ihm: „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“ Nur haben Lügen bekanntlich kurze Beine…
Merke: Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken, es ist etwas faul in der EU, nicht erst seit „Pfizergate“, das sollte man sich bei der nächsten Wahl merken.
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https://libratus.online/de/was-mir-passiert-ist-kann-jedem-passieren