Grüne „Energielandschaften“ und andere Flachheiten

13-09-2011

Grüne Energielandschaft, hier: Umgebung Heide, Schleswig-Holstein

Nun jubeln auch die Grünen nach der Kommunalwahl 2011 in Niedersachsen, weil sie sogar zweistellige Wahlerfolge in vielen Kommunen erringen konnten, und fühlen sich, welch Selbstwahrnehmungstörung,  als „Wahlsieger“ bei einer Wahlbeteiligung von örtlich nur knapp über 40 Prozent, im Wahllokal der Volkshochschule in Norden/Ostfriesland waren es gerade mal 25,8 Prozent! Ein zentrales Thema diese „Erfolgs“ waren auch die „Erneuerbaren Energien“.

Zitat der Grünen aus Wittmund (vor der Wahl): „Auf Einladung der Friedeburger Ortsgruppe der Grünen wird Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen und eine Delegation Grüner PolitikerInnen aus Friedeburg und dem Landkreis Wittmund, eine Tour durch die Ostfriesische Energielandschaft durchführen. Mit dabei ist auch der Grüne Bundestagsabgeordnete Thilo Hoppe, Aurich. In einer Pressemitteilung erklärt Horst Hattensaur von den Friedeburger Grünen den Grund für die Tour so: „Der Nordwesten und insbesondere Ostfriesland wird zur Energiedrehscheibe Deutschlands.“  Zitatende

Wir hatten in Deutschland einmal Naturlandschaften wie die Hochalpen oder das Wattenmeer und dazu bäuerlich geprägte Kulturlandschaften. Auch dank der Grünen haben wir nun gar  „Energielandschaften“, die auf die inzwischen landwirtschaftlich durchindustrialisierte Kulturlandschaft mit riesigen Windkraftwerken, Solar“parks“ und Biogasanlagen draufgesetzt werden, garniert mit Massentierquälanstalten inmitten von riesigen Maisplantagen. Auch ohne die Windkraftwerke verdienen diese hochsubventionierten landwirtschaftlichen Industrielandschaften kaum noch den Namen Kulturlandschaft, in der sich eine erschreckende Artenarmut nachweisen lässt. Und diese ohnehin kaputten Landschaften werden nun auch noch zu „Energielandschaften“ weiter verhunzt, mit Hilfe der Grünen. Wer soll sich denn darin noch wohlfühlen, welche Lebensqualität soll das Landleben denn noch bieten? Die vorwiegend städtische grüne Wählerklientel wird gar nicht wissen, wovon die Rede ist, Hauptsache der Strom ist vorgeblich grün und das Klima, oder was man dafür hält, wird „gerettet“.

Die windkraft-abgedrehten Grünen sind nach den letzten Wahlen, wie sie gerne verkünden, angeblich „in der Mitte der Gesellschaft angekommen“. Das kann man auch ganz anders sehen: Sie haben viele ehemalige  grüne politischen Inhalte über Bord geworfen, um erst in diesem Politbrei der Mitte mitzurühren und sich darin zu mästen, nun ersetzen sie die FDP: nach allen Seiten offen, oder auch nicht ganz dicht. Zu Gründungszeiten der Grünen standen einmal die Friedenspolitik und der Naturschutz ganz oben auf dem Programm.  Was daraus geworden ist, kann man an der Zustimmung an der Kriegsbeteiligung in Afghanistan (kaum waren die Grünen in der Regierung Schröder angekommen, befand sich Deutschland im Krieg) und in den „Energielandschaften“ unübersehbar rotieren und blinken sehen, von den nicht immer ganz geruchlosen Biogasanlagen und den dazugehörigen Maismonokulturen mit den kaputten Böden ganz zu schweigen.

Auch vor den letzten Naturlandschaften in Deutschland macht die unersättliche windige Lobby nicht halt, mit Unterstützung der Grünen: Sogar im Wattenmeer (Nordergründe bei Wangerooge) sollen sich 25 Offshoreanlagen drehen, und große Waldareale werden schon gerodet, um Windkraftwerke gewinnbringend auch im Wald zu platzieren.

Diese blindwütigen grünen Energieromantiker glauben tatsächlich, nun sei die „Energiewende“ ausgebrochen, ignorieren aber beharrlich, dass auch die „Erneuerbaren“, inzwischen ein höchst lukratives  Geschäftsmodell, nicht ohne regelnde Wärmekraftwerke auskommen. Nach wie vor sind zu einer verlässlichen Stromerzeugung in einem Industrieland wie Deutschland Kohle- und Gaskraftwerke notwendig, der mengenmäßig unerlässliche Atomstrom wird in Zukunft bedarfsweise  aus dem Ausland importiert werden müssen. Zusätzliche Kohle- und Gaskraftwerke werden ans Netz gehen, um den nur unstet eingespeisten Wind- und Solarstrom zu stabilisieren. Dazu kommen gigantische Stromtrassen, die den Windstrom quer über die „Kulturlandschaften“ zu den Verbrauchern abführen. Bezahlt wird dies überwiegend von den Stromkunden mit einer Zwangsabgabe aus dem auch  von den Grünen gehätschelten „Erneuerbaren Energien Gesetz“. Dieses Gesetz, das die Abnahme des „Öko“-Stroms zu weit höheren Preisen als der eigentlichen Marktpreise erzwingt,  ist die Gelddruckmaschine des Geschäftsmodells und wurde einmal als Anschubfinazierung konzipiert, ist aber wegen seiner Lukrativität als Dauerzustand fest installiert.  Der jeweilige Betreiber bekommt  den überhöhten Preis aus jeder erzeugten Kilowattstunde in die eigene Tasche gesteckt. Das verbessert das Klima auf diesen Konten enorm und treibt die Strompreise für die Verbraucher schon jetzt beträchtlich in die Höhe. Alle  Stromkunde, auch die Grünen, können das an ihren Stromrechnungen ablesen. An der Leipziger Strombörse EEX dagegen wird überschüssiger Wind- und Solarstrom bei guter Wind- oder Sonnenlage bereits verschleudert, weil ihn niemand gebrauchen kann. Wer dies nicht wahrhaben will, sollte sich die WebSeite des Energieingenieurs Wilfried Heck ansehen, dort kann man auch Ganglinien betrachten, die deutlich Aufschluss über die völlig unstete Einspeisung aus Windkraftwerken gibt. Aber auch das wird die Romantiker nicht überzeugen: Was braucht man störende Fakten, wenn man schon eine grüne Meinung hat.

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