Licht an in Esens, „für gutes Klima“

Esens_Illumination_Foto: Knake

Esens ist eine Kleinstadt an der niedersächsischen Küste und lebt vom Fremdenverkehr, den allsommerlichen Stop-and-Go-Verkehr in der Fußgängerzone muss man erlebt haben. Die Esenser Kaufleute unter der Führung der „Aktionsgemeinschaft Esens und Umgebung“ (AEU) heuerten jetzt, wie man hört für ca. 80.000 Euro, den Berliner „Lichtdesigner“ Andreas Boelke an, um die Stadt zu „illuminieren“ und damit zu später Stunde das Einkaufsverhalten positiv zu fördern. Historische Gebäude, Wohnhäuser oder die Umgebung der Kirche wurden mithilfe von überdimensionierten Projektoren in wechselndes buntes Licht getaucht, eine nicht eben billige kulturelle Geschmackssache.

Esens_Illumination_Foto: Knake

Statt einfach nur Augenfreude mit dem teuren Lichtspaß zu machen, wurde die Klimakeule unter dem Ladentisch der Esenser Kaufleute hervorgeholt, denn da war doch mal was mit zu viel Stromverbrauch und der Angst vor „Klima“ und der „Katastrophe“. Immerhin hatte doch sogar die Bild-Zeitung vor einigen Monaten mit der Aktion „Licht aus!“ für mehr Klimaschutz geworben, und die kann doch nicht irren. Von den Medien stets über die aktuellsten Klimaszenarien bestens informiert, konnten die AEUler diese Sorge aber schnell mit einem zeitgeistigen Begleittext ausräumen:

„Esens leuchtet und das Klima kann aufatmen. NaturWattStrom, der für die Veranstaltung der ´Glanzlichter Esens´genutzt wird, stammt zu 100 % aus erneuerbaren Energien. So lässt sich unnötiger CO2-Ausstoß vermeiden. Auch Besucher der ´Glanzlichter` können für den Umweltschutz Hand anlegen – mit co2compense, dem Klimaschutztprojekt von NaturWatt. Wer mit dem Auto oder dem Bus anreist, kann den dadurch verursachten CO2-Ausstoß beim Besuch der Lichtkunst-Ausstellung in der Sparkasse ausgleichen lassen. In der Nähe von Rotenburg/Wümme werden dann entsprechend viele Bäume angepflanzt, die der Atmosphäre Kohlendioxid entziehen und so für den Ausgleich des klimaschädlichen Treibhausgases sorgen.“

Esens_Illumination_Foto: Knake

Man sieht, die AEU-Kaufleute haben ihre im medialen Gleichschritt verordneten Klimavokabeln verkaufsfördernd gelernt. Ob nun im 176 km entfernten Rotenburg die Wälder des schlechten Esenser Klimagewissens mit Hilfe der Sparkasse aus dem Boden schießen, konnte noch nicht ermittelt werden. Fakt ist aber, dass für die Esenser Erleuchtung keine separaten Stromleitungen für den sog. „NaturWattStrom“ aus erneuerbaren Energien gelegt wurden, der von der Energieversorgung Weser-Ems (EWE) geliefert wird . Dieser aus Wind- und Solarkraft erzeugte Strom fließt ins Stromverbundnetz und kommt bei allen Stromkunden kräftig gemixt mit Kohle- und Atomstrom aus der Steckdose, 230 Volt bei 50 Hertz, egal ob Naturwatt-Kunde oder nicht, auch aus den Dosen für die Illumination. Bei wenig Wind oder Windstille, wie in der vergangenen Woche, oder gar Dunkelheit, wie bei dem nächtlichen Licht-Spektakel, fließt jedoch absolut nichts „Erneuerbares“ oder „NaturWatt“ durch die Leitungen.

Esens_Illumination_Foto: Knake

Dieser Klima-Ablass-Strom ist zwar physikalisch nicht anders, aber teurer auf der Rechnung, vermutlich auch wegen des schlechten Gewissens einiger Stromverbraucher, das man damit zum Besseren bekehren möchte, zwecks Vermeidung des drohenden Klimafegefeuers. Besser wurde tatsächlich das Wetter in der Woche der Stadterleuchtung, hat das wohl am NaturWattStrom gelegen? Ob das Spektakel dem Klima genützt hat, muss abgewartet werden; für die Klimastatistik (denn mehr ist „Klima“ nicht“), muss „Wetter“ noch ein paar Jahrzehnte gemessen werden.

Esens_Illumination_Foto: Knake

Esens führt im Stadtwappen einen Bären, zwar keinen Klimaknuddelknuteisbären, dafür eher einen Tanzbären. Haben die AEU-Kaufleute versucht, diesen ihren Kunden mit der Klimanummer aufzubinden und ihre Kundschaft mit dem Klimanasenring an derselben herumzuführen?

7 Gedanken zu „Licht an in Esens, „für gutes Klima“

  1. Norwegen erzeugt seinen elektrischen Strom zu fast 100% in Wasserkraftwerken. Die arbeiten zwar CO2-frei, greifen aber mit ihren Staudämmen und Flußregulierungen im großen Umfang in die Landschaften ein und zerstören weiträumige Natur samt Flora und Fauna. Umweltfreundlich sind sie daher keineswegs. Eine ausführliche Beschreibung darüber findet sich auf der Webseite http://www.lorenzk.com/texte/wasserkraft/index.html.

    Um trotz Wasserkraft den Strompreisanstieg für den Endkunden in Norwegen möglichst hinauszuziehen, haben sich gewiefte Geschäftemacher das ‚Deutschlandmodell‘ ausgedacht. Sie verkaufen uns den größten Teil ihres Wasserkraftstromes für gutes Geld und beziehen im Gegenzug für billiges Geld unseren herkömmlichen Strommix aus Atom- und Kohlekraftwerken. Wir bezahlen ja „gerne“ für zertifizierten „Ökostrom“.

    Nicht nur die Naturwatt GmbH bezieht den Löwenanteil aus Norwegen, andere Versorger tun dies auch. Beispielsweise die Entega in Darmstadt, welche damit die gesamte südhessische Region mit „Ökostrom“ versorgt. Rein theoretisch führt dies dazu, daß für die Norweger selber nicht mehr genügend Strom über bleibt. Deshalb kaufen sie die gleiche Menge von unseren Kraftwerken retour.

    Der Strom aus Wasserkraftwerken wird trotzdem weiterhin in die norwegischen Ballungsgebiete eingespeist und unsere Krafterke speisen – wie eh und je – weiterhin die hiesigen Verbraucher. Es findet lediglich ein Geldaustausch, aber kein Stromaustausch statt. Naturstrom ist öffentlich toleriertes Täuschen des Verbrauchers. Und jeder weitere „Ökostromkunde“ trägt seinen Teil der weiteren Zerstörung von Natur und Landschaft bei. Alanka

  2. Im Beitrag wird der Sachverhalt Ökostrom leider unrichtig dargestellt:
    Sicherlich ist es richtig, dass aus der Steckdose ein Strommix kommt und nicht „reiner“ Ökostrom. Aber mit jedem weiteren Ökostromkunden wird mehr Ökostrom und weniger konventioneller Strom in das Stromnetz eingespeist – damit wird der Mix, der aus der Steckdose kommt, umweltfreundlicher, und zwar für Alle!
    Außerdem: Wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint, fließt immer noch Wasser, und NaturWatt bezieht den Löwenanteil seines Ökostroms aus Wasserkraft.

  3. …. und bevor ich es vergesse: Künstlerischen Ansprüchen würde (egal, was man sonst davon hält) eine solche Licht-Aktion nur genügen, wenn man verschiedene Lichtkünstler einlädt und nicht einem einzigen das Geld in die Kasse wirft. Denn bei verschiedenen Lichtkünstlern wäre auch künstlerische Vielfalt der Ideen gegeben gewesen (z.B. jeden zweiten Tag ein anderer), anstatt einer Boelkeschen Ein-Mann-Show den Vorzug zu geben.

    TK

  4. Da hat die Klimakeule wohl vorher bei der Verkaufgemeinschaft derart zugeschlagen, daß die Herrschaften ihre ökonomische Vernunft gleich mit zu Markte trugen…. Andererseits hat es lange keinen neuen Ostfriesenwitz mehr gegeben.

    Was soll an der Aktion verkaufsfördernd sein und den Kunden dabei ein Licht aufgehen lassen? Das ist politisch eher Verdunkelung, weil doch erstmal geklärt werden muß, ob das Geld für den Strom nicht generell gespart werden könnte, bevor man da ein Ökostrom- und Ausgleichshickhack macht (im memoriam Gabriels Öko-Ausgleich für´s unnötige Fliegen mit gesondertem Jet). Aber die EWE… wird auch Windmühlen von ENERCON haben und wehe, Wobben würde merken, daß einer seiner Käufer die Dinger mal nicht nutzt….

    Tilman Kluige, Bad Soden / Ts.

  5. Die Moderierung meines obigen Beitrages wird vermutlich alles das entfernen, was den Klima-Gewinnlern nicht passt. Und da diese an der Macht sitzen, gebrauchen sie ihre Macht. Denn wer die Macht hat, hat das Recht. Und wer das Recht hat, kann es biegen und brechen. Genau wie bei den vorherigen Ideologieen in Deutschland: Im 3. Reich, in der DDR und nun mit der Klima-Ideolgie.
    MFG
    Hartmut Bachmann, 83 Jahre, Geburtshelfer des IPCC in den USA in 1988

  6. In Gesellschaften, in denen unmoralische Bestrebungungen „von oben“ durchgesetzt wurden, wurde die Bevölkerung „dumm“ gehalten. Deutsches Ergebnis jüngster Zeit: PISA. Dumm manipuliert sich gut gut. Das weiss das IPCC, der Weltklimarat, auch. Die Hierarchie dort weiss weiter, dass CO2 keinen Einfluss aufs Klima hat. Wie die Manager des Weltklimarates ihre politischen Aufgaben durchsetzen können, das publizierten sie des öfteren:
    Beginnend ab 1986 wird in den USA darüber beraten, wie man das Wort „Klimakatastrophe“ am besten kommerzialisieren kann.

    1.John Houghton, Vize-Präsident des IPCC schrieb 1994:
    „Solange wir keine Katastrophen ankündigen, wird niemand zuhören.“
    2.Maurice Strong, erster UNEP-Direktor äußerte 1992 in Rio:
    „Besteht nicht die einzige Hoffnung für diesen Planeten in dem Zusammenbruch der Industriellen Zivilisation? Liegt es nicht in unserer Verantwortung, dafür zu sorgen, dass dieser Zusammenbruch eintritt?“
    3.Mr. Rajendra Pachauri, Präsident des IPCC seit 2002, anläßlich der Herausgabe des vierten Situationsreportes :
    „I hope this will shock people and governments into taking more serious action.”
    “Ich hoffe, dieses wird die Menschen schockieren, damit sie mehr seriöse Aktionen unternehmen.”
    4.Prof. Dr. H. Stephen Schneider – Lead Author in Working Group II of the IPCC sagte 1989:
    „Deshalb müssen wir Schrecken einjagende Szenarien ankün-digen, vereinfachende, dramatische Statements machen und wenig Erwähnung irgendwelcher Zweifel, die wir haben mö-gen, entlassen. Um Aufmerksamkeit zu erregen, brauchen wir dramatische Statements und keine Zweifel am Gesagten. Jeder von uns Forschern muss entscheiden, wie weit er eher ehrlich oder eher effektiv sein will.“
    Aus dem Buch „Die Lüge der klimakatastrophe“

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