Unter falscher Flagge: Kommunalwahl 2026 im heimischen Holtgast – erst „grün“, jetzt „bunt“

Überraschung im Briefkasten: Zur Kommunalwahl 2026 wirbt in Holtgast eine neue Wählergruppe um Stimmen, die „Bunte Liste Holtgast“. Sie steht „für ein demokratisches, tolerantes und solidarisches Holtgast“. Wer hätte das gedacht, dass die Kommunalwahlen „demokratisch“ durchgeführt werden. Toleranz ja, aber bis zu welchem Grade? Und „solidarisch“ mit wem, etwa den grünen Kriegstreibern gegen Russland im Bundestag? Und dann noch das auf dem Flyer: „Wir stehen für nachhaltigen Umgang mit unserer [!] Natur…“

Bäumchen wechsel Dich

Bei näherem Hinsehen entpuppen sich mindestens drei der sechs Kandidaten der „Bunten Liste“ als Parteimitglieder der Grünen, die früher auch für die Grünen in der Gemeinde kandidiert haben und nun auch wieder auf  Samtgemeinde- (Esens) und Kreisebene (Wittmund) kandidieren; Bäumchen wechsel Dich?

Naturschutz mit den Grünen? Fehlanzeige!

Heckenrodung in Holtgast mit Habitatverlust (Teilansicht) auf mehreren hundert Metern, kein Einzelfall in Holtgast – Foto: Manfred Knake

Wie haben sich die Grünen in der letzten Wahlperiode für den Umgangmit der Natur in Holtgast bemerkbar gemacht, als z.B. großflächig Hecken vernichtet wurden (und der Landkreis  Wittmund als Untere Naturschutzbehörde sich tot stellte). Haben sich die Grünen im Landkreis Wittmund jemals für einen „nachhaltigen“ Naturschutz eingesetzt und Missstände aufgegriffen? Die Antwort ist nein, wie man hier am Beispiel der schlappen Landschaftsschutzverordnung des Landkreises im Europäischen Vogelschutzgebiet V63 „Ostfriesische Seemarschen von Norden bis Esens“ nachlesen kann, die eigentlich nur die Rechte der dortigen Bauern schützt. Der Verordnungstext wurde von Kreistagspolitikern mehrheitlich abgesegnet. 

Zum rechtswidrigen Bau der Umgehungsstraße in Bensersiel/Stadt Esens im Vogelschutzgebiet, bundesweit von den Medien thematisiert, kam ebenfalls nichts von den örtlichen Grünen. Die immer noch rechtswidrige Freigabe für den Verkehr hier.

Zum fragwürdigen Repowering des Windparks Utgast/Gem. Holtgast mit leistungsstärkeren – und lauteren Anlagen – äußerten sich die Grünen in der Samtgemeinde nicht. Der Windpark, direkt angrenzend an das EU-Vogelschutzgebiet, wurde ohne die vorgeschriebene Erfassung von Fledermäusen und Vögeln repowert und so vom Landkreis Wittmund als Untere Baubehörde genehmigt. Eine kritische fachliche behördliche Bewertung aus dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hier.

„Unser Dorf muss schöner werden!“: Fulkum, Gemeinde Holtgast, mit dem Windpark Utgast – Foto: Manfred Knake

Was kam von „grün“ zur weiteren Planung von drei riesigen Windkraftanlagen in Fulkum, wo sich schon nördlich vom Ort fast 50 Anlagen in Utgast drehen? Auch nichts. 2015 wurde der Bau der drei Anlagen vom Samtgemeinderat in Esens abgelehnt, nun sollen sie dort doch gebaut werden.

Oder abstimmen für immer mehr Flächenverbrauch für Bauplätze (Stichwort Siedlungsbrei), obwohl in Holtgast in absehbarer Zeit viele bestehende Häuser durch die Alterung der jetzigen Bewohner zum Verkauf stehen werden?

Nicht nur auf Wirtschaftswegen wird mit zu hohem Gewicht gefahren: Vollbeladen mit Speed durch die Wohnsiedlung Brandshoff, Holtgast – für nur 6t freigegeben. Leergewicht des Traktors mit Ladewagen: mindestens 16t. Wer bezahlt die Schäden? Die Anwohner! – Foto: Manfred Knake

Was kam von „grün“ zum Zerfahren der Anliegerstraße Brandshoff (ausgewiesene Gewichtsbeschränkung von 6 Tonnen) durch überschwere landwirtschaftliche Gespanne? Wer wird eines Tages finanziell zur Sanierung dieser Straßen herangezogen werden, etwa die Anlieger, die das nicht verursacht haben? Die kaputtgefahrenen Wirtschaftswege wurden schon teilweise saniert, auf Steuerzahlerkosten. Oder die Raserei im Brandshoff, 30 km/h sind ausgewiesen, das schnellste Fahrzeug, von der Polizei gemessen, raste mit 74 km/h über die Kreuzung Brandshoff/Schulstraße. Da kam nichts von „grün“ – und auch nichts von den anderen Gruppierungen im Gemeinderat.

Die „Bunte Liste“ in Holtgast ist ein Chamäleon: erst „grün“, jetzt „bunt“. Kann man abhaken, aber muss man nicht ankreuzen. Abschließende Frage: Muss man sich jetzt auch mental auf einen Christopher Street Day (CSD) wegen „bunt“ in Holtgast vorbereiten?

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Ein Kommentar zu Unter falscher Flagge: Kommunalwahl 2026 im heimischen Holtgast – erst „grün“, jetzt „bunt“

  1. Jürgen Lohs sagt:

    Egal, in welchen Sack gewandet – das Bedürfnis, zuzubinden und draufzuhauen, bleibt dasselbe.

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