Minister Habecks Gasalarm, oder: Wohl dem, der einen Ofen hat

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„Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode.“ (Shakespeare, aus Hamlet)

Avanti, Dilettanti: Sowas kommt von sowas, wenn man Sanktionen beschließt, die nur der Wirtschaft  und den Bürgern im eigenen Land schaden. Man lese auch die Kommentare unter den nachfolgenden Artikeln in „Die Welt“.

Minister Habeck (Grüne) wird wohl von nicht wenigen Wählern als erfolgreicher Krisenmanager wahrgenommen, aber der nächste Winter kommt, trotz angeblicher „Klimakrise“,  bestimmt – wohl dem, der einen Ofen und ausreichend Brennmaterial hat.

Die Welt, 23. Juni 2022

Robert Habeck
„Wir sind in einer Gaskrise. Gas ist von nun an ein knappes Gut“  […]

https://www.welt.de/wirtschaft/article239522085/Robert-Habeck-Wir-sind-in-einer-Gaskrise-Gas-ist-von-nun-an-ein-knappes-Gut.html

Die Welt, 23. Juni 2022

Bundesregierung ruft Gas-Alarmstufe aus
Stand: 10:08 Uhr | Lesedauer: 3 Minuten

Wirtschaftsminister Robert Habeck wird offenbar die zweite von drei Alarmstufen des Notfallplans Gas ausrufen. Damit reagiert er auf die angespannte Lage auf den Gasmärkten.  […]

https://www.welt.de/wirtschaft/article239521013/Robert-Habeck-Bundesregierung-ruft-Gas-Alarmstufe-aus.html

Minister Habeck lügt der Öffentlichkeit zudem einen „ökonomischen Angriff auf uns“  vor; den vorgeblichen Angriff hat der Westen aber durch Sanktionen gegen Russland selbst provoziert. Propaganda gibt es also hüben wie drüben.

„Die Welt,  22. Juni 2022:

Habeck wirft Putin einen „ökonomischen Angriff auf uns“ vor

Russland hat die Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream gedrosselt. Wirtschaftsminister Robert Habeck sieht darin einen „ökonomischen Angriff“ von Präsident Wladimir Putin, der Energie als Waffe einsetze. […]“

https://www.welt.de/politik/ausland/article239477529/Ukraine-News-Habeck-wirft-Putin-einen-oekonomischen-Angriff-auf-uns-vor.html

Das liest sich hier ganz anders:

„Berliner Zeitung, 22. Juni 2022:

Streit um Nord Stream 1: Kanada will Siemens-Turbine weiter nicht ausliefern

Eine laut Gazprom notwendige Gasturbine ist wegen Sanktionen in Kanada gestrandet. Man wolle „Sanktionen respektieren, sie wurden nicht ohne Grund verhängt“. […]“

https://www.berliner-zeitung.de/news/ukraine-trotz-explodierender-gaspreise-kanada-will-gasturbine-weiter-nicht-ausliefern-li.238985

Es dampft!

Nun ist also die „Kacke am Dampfen“, wie der Volksmund treffend sagt, nur kann man damit nicht heizen. Die ohnehin schon hohen Gaspreise könnten sich nach Darstellung des Präsidenten der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, noch einmal verdreifachen!  Der Grünenpolitiker Müller war von 2000 bis 2005 Umwelt- und Landwirtschaftsminister des Landes Schleswig-Holstein, dann Geschäftsführer und Repräsentant des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale und ist nun Chef der Bundesnetzagentur, eine grüne Bilderbuchkrarriere.

Wenn Menschen im nächsten Winter lange frieren müssen (oder sogar mangels Heizung erfrieren), wird das alarmistische Medienthema „Klimaerhitzung“ statt nüchtern „Klimawandel“ ganz anders gesehen werden.

Die Strompreise gehen wegen der „erneuerbaren Energien“ seit Jahren durch die Decke. Davon  profitieren aber nur die Projektierer und Betreiber. Dem Wetter und in der statistischen Folge dem „Klima“ (welchem der vielen verschiedenen Klimate eigentlich?)  sind Wind- und Sonnenkraftwerke egal, und die funktionieren bekanntlich nur wetterabhängig, wenn der Wind ausreichend weht und die Sonne genug Licht liefert. Sie sind nicht grundlastfähig und liefern keinen bedarfs- und nachfragegerechten Strom. Dazu kommt die Abhängigkeit von Regelkraftwerken, um die Netzfrequenz durch den „zappelnden“ Wind- und Solarstom stabil zu halten. Ohne netzstabilisierende Gaskraftwerke läuft da nichts, Binsenwahrheiten, die vielen Politikern, nicht nur bei den Grünen, fremd sind.

Deutlich müsste es nun eigentlich jedem (?) werden, dass die „Energiewende“ krachend gescheitert ist; ca. 3o.000 Windkraftwerke in Deutschland können bei Schwachwind oder Flaute noch nicht mal eine einzige Energiesparlampe zum Leuchten bringen. Eine Verdoppelung der Anlagen würde daran nichts ändern: Null mal null Windstromeinspeisung macht immer noch null, nur nicht bei der Mehrheit der Politiker.

Auch die Spritpreise sind auf einem Allzeithoch, auch schon vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Die für das Wetter und das Klima ebenso unwirksame und nicht zweckgebundene CO2-„Abgabe“ (die eine zusätzliche Steuer ist) hat ihren Anteil daran. Die Inflation gallopiert, nicht wegen der Russen oder Herrn Putin, sondern wegen der Gelddruckpolitik der Europäischen Zentralbank EZB.

Größenwahn und Kriegserklärung

Außenministerin Baerbock (Grüne) will Russland gar mit Sanktionen „ruinieren“, statt auf Diplomatie zu setzen. Ist die Dame größenwahnsinnig oder nur die Sprechpuppe der USA-Politik, die gleiches will?

Wirtschaftsminister Habeck orakelte im ZDF am 30. März 2022: „Wir werden ärmer werden“. Nur: Wer ist „wir“? Dann setzte Habeck noch einen drauf und erklärte Russland den Wirtschaftskrieg: „Wir sind jetzt quasi Wirtschaftskriegpartei“, obwohl wir keinerlei Verpflichtungen gegenüber der angegriffenen Ukraine haben und Deutschland sich durch die Sanktionspolitik nur selber schadet.

Getreidepreise

Auch an den hohen Getreidepreisen in Deutschland sollen die Russen schuld sein, nur ist ist der Getreideexport der Ukraine und Russlands nach Deutschland marginal:

„[…] Wichtigste Lieferländer von Getreide in Deutschland 2021

Polen, Tschechien und Frankreich stellten im Jahr 2021 die drei führenden Herkunftsländer für Getreide in Deutschland dar. Allein aus Polen wurden rund 3,4 Millionen Tonnen Getreide importiert. Insgesamt lag die Importmenge von Getreide in Deutschland in dem Jahr bei 11,5 Millionen Tonnen. Unter den Importen war Weizen und Mengkorn das wichtigste Getreide. […]“

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1240620/umfrage/importmenge-von-getreide-in-deutschland-nach-herkunftsland/

„[…] Im Jahr 2021 wurden mehr als 11 Millionen Tonnen Getreide nach Deutschland importiert – nur 2 % davon kamen aus der Ukraine und Russland. […]  Sowohl die Ukraine als auch Russland als weltweit bedeutende Exporteure von Getreide spielen für die Getreide­einfuhren Deutschlands mit einem Anteil von 1,9 % beziehungsweise 0,1 % eine unter­geordnete Rolle. […]“

https://www.destatis.de/DE/Im-Fokus/Ukraine/Nahrung/_inhalt.html

Das „Wohl des deutschen Volkes“?

Der Amtseid des Bundeskanzlers und der amtierenden Minister  laut Artikel 56 des Grundgesetzes ist offensichtlich nur noch bedrucktes Papier:

„Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.“

Der Schaden, angerichtet ohne Not, nur durch die sinnlose Sanktionspolitik ist sowohl für die Bevölkerung als auch für die Wirtschaft enorm. Moralisierende Ideologiepolitik statt ökonomische Vernunft triumphiert. Hatte die Bundesrepublik Deutschland jemals solch eine irrationale, inkompetente und überforderte Regierung?

Und das zur Mündigkeit der Wähler, laut Forsa-Umfrage liegen die Grünen immer noch bei 23 Prozent: https://dawum.de/Bundestag/Forsa/2022-06-07/

Bearbeitet 30.06.2022

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