Morgen wird kommunal gewählt, auch in dwarslopers Heimatort Holtgast und in der übrigen Samtgemeinde Esens. Alle fünf Jahre bekommen die Haushalte die Flyer in die Briefkästen gesteckt, mit den diversen Versprechungen, wie alles besser werden kann. Von AfD, Bunte Liste „„mit dem Blick nach vorn“, das sind eigentlich die Grünen) , CDU, Esenser Bürgerinitiative (EBI), FDP, Freie Wählergemeinschaft Holtgast (FWH), Grüne bis zur Neue Liste (das steckt auch CDU drin) kommt alles bunt ins Haus. Nach der Wahl ist dann in der Regel wieder Ruhe.
Es geht um sichere Radwege, neue Baugebiete (noch mehr Baugebiete!), bezahlbares Wohnen, um „die Zukunft“, und tatsächlich um den Schutz der „einzigartigen Küsten- und Kulturlandschaft“, so jedenfalls die CDU. Nur hat man in den letzten fünf Jahren zu diesem „Schutz“ von keiner Partei etwas gehört. EBI verbreitet auf ihrer WebSeite immer noch die Correctiv-Lüge „vom konspirativen Treffen von Politiker*innen der AfD-und anderen Rechtsextremen, das an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte [erinnert]“. Diese Lüge führte anschließend zu Massendemos „gegen rechts“. Gerichte haben dies Correctiv-Lüge jedoch längst verboten.
EBI ist nicht allein: Kanzler Friedrich Merz (CDU) wiederholte und verschärfte diese Lüge am 09. Sept. 2026 in der Haushaltsdebatte des Bundestages, in der er der AfD in infamer Weise vorwarf, die „Remigration“ von Migranten sei „nichts anderes als eine ethnische Säuberung nach Hautfarbe und Herkunft“.
Die AfD auf ihren kommunalen Flyern „sorgt für ein sichere Abfallversorgung“, so, als ob die Partei selbst den Müllwagen fährt. Naturschutz geht angeblich auch nur mit der AfD, nur will man eine Seite weiter die „ostfriesische Halbinsel wolfsfrei“ halten, so, als ob hinter jedem Baum schon die Bestie auf Beute bei den Deichschafen und Weidetierhaltern lauert. Dass man die Tiere auch mit wolfsabweisenden Zäunen schützen kann, wird nicht erwähnt. Nur wer diesen „Grundschutz“ für seine Tiere installiert hat, kann auch Ersatzzahlungen bei Tierrissen durch Wölfe beantragen. Und die Jagd auf arktische Gänse, die hier den Winter verbringen, bei der AfD einfach „Wildgänse“ genannt, will die Partei „bei Bedarf ausweiten“ oder sie „vergrämen“. Das ist an der Küste rechtlich nicht so einfach, weil hier großflächige EU-Vogelschutzgebiete ausgewiesen wurden und die betroffenen Bauern, vor allem im Rheiderland im Landkreis Leer, ohnehin Ausgleichszahlungen für Fraßschäden erhalten. Das sollten auch Lokalpolitiker zur Kenntnis nehmen und sich nicht bei den Bauern mit flotten Sprüchen anwanzen. Aber in der AfD hat man erkannt, dass man bei der „Ausschreibung von Wohngebieten“ dafür sorgen will, in Zukunft keine Baugebiete mehr „in Senken“ auszuweisen, dort, wo es sehr bodenfeucht und nass, wie es bereits am Waldweg in Holtgast geschehen ist, zum Ärger der Hausbesitzer. Die Baugrundstücke wurden auf einer vorgeblichen Ponyweide ausgewiesen, die ein findig-schlauer ehemaliger Ratsherr kostengünstig erworben hatte, Details siehe hier.
Hätten die Bauherren und -damen im Fach Biologie aber besser aufgepasst, hätten sie erkennen müssen, dass dort, wo Binsen wachsen, der Untergrund nass und für die Wohnbebauung eigentlich ungeeignet ist. Der Spruch „Es ging in die Binsen“ sagt doch alles.

Holtgast, Feldweg Richtung Brandshoff: Trecker mit Gülleanhänger: zu schwer und zu breit für die Straße – Foto: Manfred Knake
Man hat aber in der AfD als die in Niedersachsen immer noch geltenden „Straßenausbaubeiträge“ thematisiert, will sagen, dass zerfahrene Straßen mit erheblicher Kostenbeteiligung von Anliegern saniert werden müssen, obwohl die Anlieger nicht die Verursacher waren. Das lehnt die AfD ab, gut so. In Holtgast fahren im südlichen Teil der Straße Brandshoff häufig überschwere landwirtschaftliche Treckergespanne, obwohl hier nur 6 Tonnen Gewichtsbeschränkung ausgewiesen sind. Die Wirtschaftswege im Holtgaster Hammrich sind bereits total zerfahren.
Die SPD in Holtgast will eine „transparente und bürgernahe Politik“ (das war bisher oft nicht so, aber ist das nicht selbstverständlich?) und das „digitale Angebot ausbauen“. Das ist in Holtgast durch den Glasfaserausbau längst geschehen. Die hohe Zeit der politischen Sprüche ist dann auch in wenigen Tagen wieder vorbei, bis in fünf Jahren zur nächsten Kommunalwahl. Oder so: „Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie längst verboten“, sollen Mark Twain oder Kurt Tucholsky gesagt haben….

