Kitesurfer im niedersächsischen Wattenmeer: Hatemails und vertriebene Vögel

13-10-2009

Bitte die edits am Ende des Beitrages beachten!

Wenn Argumente stören, wird gepöbelt, eine altbekannte Tatsache.

Einige Kitesurfer (edit#1, 13.Okt.2009: Die Betonung liegt auf „einige“, um Missverständnissen und Verallgemeinerungen vorzubeugen!) , die gerne an den „Spots“ im Wattenmeer ihre Fun-Sportart ausüben, laufen mit ihren Regelverletzungen derzeit zur Hochform auf, und merken es gar nicht. Da muss man sich doch fragen, ob durch die Muskelmasse, der es bedarf, um seinen Drachen zu steuern, das Hirn einfach abgeschaltet wird.

Upelward/LK Aurich: fliehende Alpenstranläufer, Foto: Voß

Kitesurfer vertreiben Alpenstrandläufer von ihren Rastflächen in der Ruhezone des Nationalparks (unterhalb des Nationalparkschildes)

Hintergrund ist die Genehmigung für Kitesurferflächen im „Welterbe“ Nationalpark Niedersächsisches Wattennmeer durch die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven. Die hatte trotz des geltenden Verbotes im Nationalparkgesetz Flächen in der Zwischenzone des Nationalparks für Kitesurfer freigegeben, auf  Druck des niedersächsischen Umweltministeriums. Die Paragrafen 6 und 12 des Gesetzes verbieten eindeutig die Verwendung von Drachen in den Ruhe- und Zwischenzonen des Nationalparks. In den Erholungszonen, also den Strandbereichen, ist das erlaubt. Auch das Bundesnaturschutzgesetz verbietet die Störung von Vögeln an ihren Zufluchstätten, die gewerbliche Vertreibung kann als Straftat geahndet werden. Die Nationalparkverwaltung stützt die Genehmigung in den Schutzzonen des Nationalparks auf eine „Befreiung“ nach § 17 des Nationalparkgesetzes; die darf aber nur erteilt werden, wenn es für den Antragsteller „zu einer nicht beabsichtigen Härte“ führen würde, oder „überwiegende Gründe des Allgemeinwohls  die Befreiung erfordern“. Das trifft im Nationalpark für Kiter nicht zu, da in einem Nationalpark  in der Abwägung bereits der Vorrang des Naturschutzes festgelegt wurde und es ausreichend Flächen in der Erholungszone zur Sportausübung gibt. Ergo ist auch die „Befreiung“ rechtswidrig.

All das habe ich in Fernsehkameras und Rundfunkmikrofone gesprochen und Zeitungsredaktionen zur Verfügung gestellt, da auch mit beigefügten Bildern von ge- und verstörten geschützten Vogelarten des Nationalparks, die von Kitern von ihren ebenfalls geschützten Rastflächen gescheucht wurden. Diese Arten sind in der Bevölkerung kaum bekannt: Alpenstrandläufer, Große Brachvögel, Austernfischer, Ringelgänse, Pfeifenten oder Brandenten halten sich derzeit zwar zu abertausenden im Watt auf, sind aber dennoch überwiegend völlig unbekannte Wesen.

Den Vogel der Regelverletzungen schoss der Betreiber der Surfschule in Upleward im Landkreis Aurich ab; auf Antrag der Gemeinde wies die Nationalparkverwaltung eine Fläche in der Zwischenzone aus, auf der der Betreiber Volker Wicht nun gewerblich einen Surfschulbetrieb betreiben kann,  zu Lasten derVögel. Die angrenzende Ruhezone ist nur 150m von der Bojenbegrenzung der Kitesurfer entfernt, eine Sandbank in der Ruhezone, von Wat- und Wasservögeln als Brut-oder Rastplatz genutzt, nur 650 m.  Eilert Voß, ein in der Region nicht unbekannter Naturfotograf und seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlicher Datenerfasser für die Staatliche Vogelschutzwarte, fotografierte am 03.  Oktober 2009 bei starkem Wind und Hochwasser den Surfbetrieb: Alle Surfer hielten sich zwar in der mit Bojen markierten Fläche auf, aber dennoch wurden (fast) alle Wat- und Wasservögel aus dem nördlichen Bereich der strengsten Schutzzone von ihren Hochwasserrastplätzen vertrieben, nur die Möwen störte das kaum. Die Vögel reagieren vor allem auf die sich bewegenden Drachen,  wenn sie von unten plötzlich hochgezogen werden, und lösen den Fluchtreflex auf mehrere hundert Meter Entfernung aus.

Einige Bilder und einen Kommentar schickte  ich am nächsten Tag an die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven, eine Antwort liegt bis heute noch nicht vor. Aber Herrn Wicht liegen mein Schreiben und genau die Bilder, die ich nur an die Nationalparkverwaltung schickte, vor.

Wicht veröffentlichte ein Bild ohne Genehmigung des Bildautors Voß auf seiner Webseite und malte darin herum. Er ist überzeugt, dass das Bild „gefaked“, also gefälscht ist. Er wirft dem Wattenrat, dem ich angehöre, also eine strafbare Handlung vor, öffentlich.

Kiter Upleward, 3.10.2009 Foto: (c) Voß

Brand- Stock- und Pfeifenten verlassen panikartig die Muschelbank in Campen, Ruhezone im Nationalpark Wattenmeer. Deutlich sieht man eine Boje als Grenzmarkierung für die Kiter (vorne links). Dieses Bild soll laut Herrn Wicht „gefaked“ sein. Hat er schon mal etwas von Teleobjektiven gehört?

Auf die mehrfache Aufforderung, dies zu unterlassen, die unter Urheberrechtsverletzung eingestellten Bilder und meine private eMail-Adresse sowie Telefonnumer von seiner Webseite zu entfernen, reagierte Herr Wicht nicht, er formulierte stattdessen seinen Vorwurf der Fälschung in eine Frage um.

Wenn er der Aufforderung der Löschung seiner falschen Tatsachenbehauptungen nicht bis heute Nacht nachkommt, wird es eng für ihn. Dafür kann man strafrechtlich belangt werden.

Niemand will den Kitern im Wattenmeer ihr Brettspielzeug wegnehmen, aber es gibt Regeln, ob es die Einhaltung von Gesetzen betrifft  (und damit sind gerade auch die Nationalparkverwaltung und das Land Niedersachsen  gemeint),  oder was die Art der Auseinandersetzung angeht.

Wirkung zeigte Herrn Wichts Web-Veröffentlichung bereits: Es gab Drohanrufe und Hatemails an das dwarsloper-Impressum, von diesmal tatsächlich „gefakten“Absenderadressen. In den einschlägigen Surfer-Foren wie surfandkite.de oder oase.com tobt die blinde Hasskampagne gegen mich. Es gibt offensichtlich auch Kiter, die ihr Brett nicht nur unter den Füßen tragen. Mehr demnächst auf der Seite des Wattenrates Ost-Friesland, mit mehr Bildern, völlig „ungefaked“!

Hier eine Kostprobe einer Hatemail, t-online-Adresse „gefaked“:

Ein neuer Kommentar zum Artikel #13 „IMPRESSUM“ wartet auf Freischaltung.

IMPRESSUM


Autor : Karl-Heinz (IP: 84.xxx.xxx, p54846BE0.dip.t-dialin.net)

E-Mail : kh.eilers@t-online.de
URL :
Whois : http://ws.arin.net/cgi-bin/whois.pl?queryinput=84.132.107.224
Kommentar:
MANFRED KNAKE… es gibt keinen grösseren Spinner


>I’m sorry to have to inform you that your message could not
>be delivered to one or more recipients. It’s attached below.
>For further assistance, please send mail to <postmaster>
>If you do so, please include this problem report. You can
>delete your own text from the attached returned message.
>The mail system
<kh.eilers@t-online.de>: host mx03.t-online.de[194.25.134.73] said: 550-5.1.1
>user unknown 550 5.1.1 Unknown recipient. (in reply to RCPT TO command)
——

edit#2: 13.Okt. 2009: Herr Tim Wiedemann, Admin von surfandkite.com ruft an und legt Wert auf die Feststellung, dass es keine „Hasskampagne“ auf seiner WebSeite durch Kiter gegen mich gäbe.  Er habe die mich herabwürdigende Beiträge gelöscht.Im Gegenteil, es gäbe auch durchaus selbstkritische Beiträge auf seiner Seite.
edit#3, 13.Okt. 2009: Volker Wicht, Betreiber der genannten Surfschule in Upleward/LK Aurich, hat alle Anschuldigungen gegen den Wattenrat Ost-Friesland fristgerecht wie aufgefordert von seiner WebSeite gelöscht. Wir hätten anderenfalls einen Fachanwalt in Düsseldorf mit einer kostenpflichtigen Unterlassungsaufforderung bemüht. (siehe edit #6) Zu den „konstruktiven Gesprächen“: Ich habe Herrn Wicht sowohl telefonisch über seine im Impressum angegebene Mobilnummer anzurufen versucht, der Teilnehmer würde eine SMS benachrichtigt. Einen Rückruf gab es nicht. Der Versuch der Kontakaufnahme mit dem Faxgerät scheiterte am abgestellten Fax. Auf meine Mails hat Herr Wicht nie persönlich reagiert.

http://www.surfschule-upleward.de/?seite=32&back=1&id=2049

„Meldungen

Letztes Update

Klarstellung:

Innerhalb der Kitezone in Upleward  ist das Kiten erlaubt. Im Mai 2009 erteilte die Nationalparkverwaltung die Genehmigung. Diese Tatsache passt dem Wattenrat nicht und deshalb streitet dieser mit der Nationalparkverwaltung. Mir Persönlich gefallen die Vorgehensweise und die Art von Auseinandersetzung des Herrn Knake nicht. Vernünftige und Konstruktive Gespräche sind meiner Ansicht nach der bessere Weg.

so,…macht was draus !!

Volker Wicht“

—–
edit#4, 22.Okt.2009:

Heute berichtet die Ostfriesen Zeitung im Teil Krummhörn/Hinte über den Konflikt, aber gewohnt selektiv und einseitig:

„[…] Gleichzeitig kündigte Wiedemann an, dass sich die
Kitesurfer an die Vorschriften halten werden und dass er mit der
Unterschriftenliste in der Hand das Gespräch mit Politik, Verwaltungen
und Naturschutzbehörden suche werde. Auslöser der neuen Diskussion um
den Trendsport im Wattenmeer ist die scharfe Kritik des Wattenrats
Ost- Friesland an den Kitesurfern in Upleward. Dort genehmigte die
Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer zwar die Zone, in
der Kitesurfer ihrem Hobby nachgehen können, aber der Wattenrat klagt
über zahlreiche Verstöße gegen die neue Regelung. Das Echo in
Zeitungen, Rundfunk und Internet geht weit über Ostfriesland hinaus:
„Mittlerweile ist schon von einem Krieg die Rede. Das geht uns zu
weit“, meint Wiedemann.

Der Kitesurfer aus dem Raum Cuxhaven spürt das Interesse auch auf
seiner Seite www.surfandkite.de. Allein der Streit um das Kitesurfen
in Upleward habe dazu geführt, dass das Thema 1600-mal angeklickt
wurde. Wiedemann fürchtet, dass die neue Diskussion zu neuen Verboten
führt. „Wir möchten, dass das Kitesurfen im Wattenmeer in der
bestehenden Form weiter betrieben werden darf“, so Wiedemann.
Natürlich müssten sich die Kitesurfer dann auch an die Regeln halten.
„Das ist aber wie im Verkehr. Es gibt immer einige Verkehrssünder.“
Wiedemann wehrt sich dagegen, dass Kitesurfer „als Banausen“
dargestellt werden. Er will sich vor Ort die Situation in Upleward
ansehen. Der Streit in Upleward entzündet sich vor allem an der
einmaligen Muschelschillbank und an Sandbänken in der Nähe des
Trockenstrands, wo Vögel wie Alpenstrandläufer, Große Brachvögel,
Austernfischer, Ringelgänse, Pfeifenten oder Brandenten rasten. Sie
würden durch die Kitesurfer gestört, selbst wenn sich diese an die
Bestimmungen hielten, meint der Wattenrat. […]“

Anmerkung: Der Artikel verschweigt, dass sich auch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Aurich mit dem stellv.  Landrat Puchert presseöffentlich gegen die Kiterfläche in Upleward und andere im Verfahren befindlichen Flächen im Wattenmeer gewandt hat, allein aus naturschutzfachlichen Gründen. Die SPD Fraktion der Kreistagsfraktion Aurich besuchte daraufhin umgehend die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven und erklärte zusammen mit dem Landrat Theuerkauf (SPD), dass man die Kiterfläche in Upleward für „unbedenklich“ halte.

Theuerkauf ist,  man höre und staune, Vorsitzender des Nationalparkbeirates, agiert aber eher wie der Bock als der Gärtner im Großschutzgebiet „Nationalpark“ und „Weltnaturerbe“.

Der Landrat fiel also seinem eigenen Vize öffentlich ins Kreuz, die feine SPD-Art eben. Es geht um die politisch gewollte Förderung des Tourismus im „Welterbe“ Wattenmeer, in geschützten Flächen. Da hat das Kiten im Schutzgebiet einen höheren Stellenwert als der gesetzliche Naturschutz, den Kitern ist das offensichtlich wurscht.

Darüber berichtete die OZ verkürzt und unrichtig; der OZ-Redakteur versucht das Problem auf die Kiter und den Wattenrat mit meiner Person zu polarisieren, eine Hintergrundberichterstattung findet gar nicht statt. Eine  Richtigstellung durch den Redakteur erfolgte nicht, meine anschließende Gegendarstellung wurde gedruckt:

Ostfriesen Zeitung, Teil Emden/Krummhörn, S.21, 20.Okt.2009

Gegendarstellung

„Kein gehässiger Mailaustausch“

„In seinem Artikel „SPD: Kitesurfen ist möglich“ in der Ostfriesen-
Zeitung vom 16. Oktober 2009 schreibt der Redakteur Heiner Schröder
wörtlich über den Wattenrat, dessen Arbeit ich koordiniere: „Ärger
gibt es mittlerweile zwischen dem Naturschutzverein Wattenrat und der
Kitesurfschule in Upleward. Beide Seiten schickten sich zuletzt
teilweise gehässige EMails.“ Dies ist unrichtig. Richtig ist, dass der
Wattenrat dem Betreiber der Surfschule Upleward, Volker Wicht, nie
eine „gehässige E-Mail“ geschickt hat. Er wurde aber mit einer
Fristsetzung unter Androhung von Rechtsmitteln schriftlich
aufgefordert, den Vorwurf der Fälschung von Fotos, die
Veröffentlichung eines urheberrechtlich geschützten und eigenmächtig
veränderten Fotos und die Veröffentlichung von privaten Daten zu
unterlassen und von der Webseite zu entfernen. Dem kam Herr Wicht
fristgerecht nach. Herr Wicht hat uns nie eine E-Mail geschrieben,
einen „gehässigen“ Mailaustausch gab es also nicht.“

Manfred Knake
Wattenrat

Das Wort „Krieg“ wurde zudem von der Presse, nicht vom Wattenrat gewählt, „schwarze Schafe“ kann man bei Hochwasser und gutem Wind an vielen Stellen im Nationalpark antrefffen:  Gestern, am 21. Okt. in Dornumersiel/LK Aurich waren drei Kiter verbotener Weise in der Zwischenzone aktiv. Beim Anlanden und anschließendem Marsch mit ihren Zugsegeln stapften sie quer auf einen äsenden Schwarm Ringelgänse zu, die fluchtartig ihre Äsungsflächen verließen. Die Kiter wurden angesprochen und fingen an zu pöbeln, man könne ja die Polizei rufen. Der Vorgang wurde sofort an die Nationalparkleitung weitergegeben, die nun  die Polizeiaufsicht verstärken will.

edit#5, 23.Oktober 2009: Langsam wird´s skurril. Am 23. und 24. Oktober bekam ich von einem Wassersportler  Mails  zu dem angeblich „gefakten“ Foto, aus denen ich zitiere:

„Auf dem von Ihnen veröffentlichten Bild befinden sich 4 Personen, von denen
zwei eindeutig zu identifizieren sind.
Da Sie sich mit den rechtlichen Dingen gut auskennen, werden Sie mir in dem
folgendem Satz wohl zustimmen müssen:
Da ich nicht vor Aufnahme des Bildes vom Fotografen um Erlaubnis gefragt
wurde, ist diese Aufnahme illegal entstanden (das betrifft den Fotografen
Voß) und darf ohne meine Zustimmung nicht veröffentlicht werden (das
betrifft Sie). […]

Im Zusammenhang mit dem Artikel auf der angeführten Webseite, unterstellen
Sie den gezeigten zwei Sportlern, von denen ich einer bin, gewisse Dinge,
die nicht der Wahrheit entsprechen.“

Ist das vielleicht der Grund, weil dieses Foto als „gefaked“ bezeichnet wurde? Meint der Verfasser, man könne anhandeines  Segels  auf eine konkrete Person schließen, die dann als Vogelvertreiber identifiziert würde? Ich habe den Bildausschnitt, auf dem angeblich 2 von 4 Personen „eindeutig zu zu identifizieren sind“, vergrößert und bin nicht klüger als vorher. Hat denn der Mail-Schreiber tatsächlich die schwarzen Balken zur Unkenntlichkeitmachung vor den Gesichtern übersehen 🙂 ?

Eindeutig dagegen sind auf die Entfernung eine Brandente und eine Stockente zu identifizieren (unten links), die gerade auffliegen. Selten so gelacht!

Ausschnitt-Campen/Upleward, Foto (c) Voß, Ausschnitt :Knake

Ich habe dem seherisch begabten Schreiber nahegelegt, im § 23 des „Gesetzes betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie“ nachzulesen. Ein Blick in ein Gesetz erleichtert bekanntlich die Rechtsfindung.

edit #6, 03.Nov. 2009: Volker Wicht hatte die beanstandete WebSeite mit dem Fälschungsvowurf und dem urheberrechtlich geschützten Bild zwar von der  ursprünglichen WebSeite entfernt, diese aber auf dem Server mit einer anderen öffenlich sichtbaren URL verschoben. Er wurde daraufhin am 02. November 2009  kostenpflichtig von einer Anwaltskanzlei abgemahnt. Nun ist die Seite leer:

http://www.kitesurfing-emden.de/?seite=32&back=20&id=2058

Am 30.Oktober 2009 verbreitete Volker Wicht auf seiner WebSeite die Falschmeldung, der Wattenrat wolle „an der gesamten ostfriesischen und friesischen Küste ein generelles Verbot für Wassersportler erreichen“. Nach der erneuten Androhung einer kostenpflichtigen Abmahnung wegen falscher Tatsachenbehauptungen und Verleumdung nahm Wicht den Text am 01.Nov. 2009 von der WebSeite.

Herr Wicht hat offensichtlich ein Problem mit der Wahrheit und wiegelt damit seine Klientel auf.

edit#7, 05.November 2009:

Wicht unterzeichnete am 04.November 2009 eine anwaltliche Unterlassungserklärung und verpflichtete sich bei Androhung einer Vertragsstrafe nicht mehr zu behaupten, der Wattenrat habe ein „gefaktes“ Foto an die Nationalparkverwaltung geschickt. Damit ist der Fälschungsvorwurf vom Tisch. Eilert Voß vom Wattenrat hatte eine Serie von 88 Bildern von der Muschelbank in Campen bei Upleward/LK Aurich angefertigt, auf denen eindeutig die Störung von Rastvögeln in der nur 150 Meter entfernten Ruhezone des Nationalparks durch Kiter in der ausgewiesenen angrenzenden Zwischenzone zu sehen sind.


2 Kommentare to “Kitesurfer im niedersächsischen Wattenmeer: Hatemails und vertriebene Vögel”

  1. Fragenderon 27 Okt 2009 at 21:37

    Begabung?
    Es ist schon erstaunlich, mit welcher Präzision bei Böen bis zu 70 km/h von Ihnen anhand der Bilder von Herrn Voß beurteilt werden kann, warum die Vögel sich an diesem Tag in die Luft bewegt haben.

    Realität?
    Von gefakten Bildern möchte ich nicht sprechen, nur musste ich schon mehrmals schauen um mir sicher zu sein dass es sich um Campen/Upleward handelt. Das verwendete Teleobjektiv verzerrt das reale Bild so stark, dass jeder der dieses Stück Deichlinie nicht kennt, eine große Überraschung erleben wird, wenn er sich auf den Deich stellt und merkt wie weit weg die Salzwiesen von der mit Muschelresten überlagerten Hochofenschlacke entfernt ist.

    Täuschung?
    Ich könnte nun behaupten sie versuchen mutwillig ihre Leser zu täuschen, was vielleicht nicht ganz fair wäre. Auf jedenfall werden unbedarfte Bildbetrachter getäuscht. Es ist nicht immer so, wie es scheint.

    Beleidigungen!
    Ihre dreiste Beleidigung ganz am Anfang muss ich nicht weiter kommentieren, mit diesen schießen Sie sich eh ein Eigentor. Und Sie zeigen, so mein ganz persönlicher Eindruck, das Sie nicht kompromisbereit sind. Was vielleicht Ihrer persönlichen Befriedigung zu gute kommt, jedoch nicht Ihren Zielen.

  2. MKon 28 Okt 2009 at 10:18

    @ Fragender
    ___________

    Realitätsverlust?

    Was nicht sein darf, kann eben nicht sein, und dann müssen eben Zweifel konstruiert werden!
    Irgendwas wird schon hängenbleiben.

    * Ja, es handelt sich mit Sicherheit um Campen/Upleward, Fotostandort Deich Höhe Campingplatz.

    * Ja, Wat- und Schwimmvögel fliegen auch bei Böen und bei auflaufendem Wasser aus ihren Nahrungshabitaten im Watt ihre Hochwasserrastplätze an. Die Vögel kamen aus dem westlichen und nordwestlichen Wattenbereichen und wollten eigentlich in der der Ruhezone (strengste Schutzzone), die nur 150m von der Bojenmarkierung entfernt ist, landen (dort befindet sich auf die beim normalen Hochwasser überflutungsfreie Muschelbank), wurden aber immer wieder durch Kiter in der Luft gehalten, konnten also ihre Schutzgebiete nicht nutzen. Der Fotograf hat mehrere Jahrzehnte Erfahrung als Beobachter, Datenerfasser und Bildautor auch für renommierte Zeitungen aufzuweisen.
    Sie auch?

    * „unbedarfte Bildbetrachter“: Ja! Wir haben eben nicht nur 80 Millionen Experten für Fußball im Lande, sondern wohl mittlerweile genau so viele auch für den Naturschutz im Wattenmeer.

    * „dreiste Beleidigung“? So was nennt man Polemik. Sehen Sie mal in den einschlägigen Kiterforen nach, was da über mich geäußert wurde. Haben Sie das in den Foren auch moniert? Verwechseln Sie in Ihrer Einäugigkeit vielleicht Ursache und Wirkung?

    * „Kompromissbereit“? Es gibt ein Nationalparkgesetz, ich empfehle die Lektüre der §§ 6 und 12.
    Im Nationalparks wird seit der Einrichtung seit 1986 von allen möglichen Nutzergruppen von „Kompromiss“ geschwafelt. Das Ergebnis ist am tatsächlichen Zustand dieser Schutzgebiets-Karikatur abzulesen.